Gabriele Peters ist die neue Professorin für das neu eingerichtete Lehrgebiet Mensch-Computer-Interaktion. "Von Computersystemen, die mit Menschen interagieren sollen, wird zunehmend die Fähigkeit erwartet, sich an den Menschen und seine Umwelt anzupassen, anstatt umgekehrt eine Anpassung des Menschen an den Computer vorauszusetzen", erklärt Prof. Peters. Zu diesem Zweck sollten interaktive Systeme lernfähig sein und autonom handeln können. In diesem Bereich liegen die Forschungsschwerpunkte, denen sich Gabriele Peters und ihre Mitarbeiter am neuen Lehrgebiet widmen wollen. "Mich interessieren die Fragen, wie Computer aktiv ihre Umwelt wahrnehmen und wie sie selbstständig Verhaltensstrategien erlernen können."
Rektor Prof. Helmut Hoyer liest Prof. Gabriele Peters den Text der Ernennungsurkunde vor.
Ein dritter Schwerpunkt befasst sich mit der ergonomischen Aufbereitung der Daten, die von einem System an den Menschen kommuniziert werden. Dieser Aspekt ist besonders wichtig für die Gestaltung von Schnittstellen zwischen Mensch und Computer. Prof. Peters beabsichtigt, das Lehrgebiet Mensch-Computer-Interaktion interdisziplinär anzulegen, mit Anknüpfungspunkten zu solch unterschiedlichen Gebieten wie Biologie, Psychologie und Designwissenschaften.
Neben diesen grundlagenorientierten Forschungsschwerpunkten hat Gabriele Peters in der Vergangenheit aber auch immer gern anwendungsbezogene Projekte durchgeführt, wie z.B. eine Freihanderfassung von 3D-Objekten mit einer einfachen Kamera oder eine realistischere Art, Fotopanoramen darzustellen, als dies mit herkömmlicher Software möglich ist. Sie hofft, durch solche Projekte auch für die Studierenden attraktive Kurse in der Lehre anbieten zu können.
Prof. Peters wird das Fach Mensch-Computer-Interaktion in den Pflichtmodulen der neuen Bachelor- und Masterstudiengänge der Informatik und Wirtschafts-informatik lehren. Dabei geht es ihr einerseits darum, Grundlagen menschlicher Informationsverarbeitung, menschlicher Handlungsprozesse und verschiedener Interaktionstechniken zu vermitteln. Andererseits will sie den Studierenden konkrete Techniken zur nutzungszentrierten Entwicklung von Software und zur ergonomischen Gestaltung von Schnittstellen an die Hand zu geben, "so dass der Mensch beim Entwicklungsprozess zukünftiger interaktiver Systeme mehr in den Mittelpunkt rücken kann".
Gabriele Peters studierte Mathematik mit Schwerpunkt Informatik und Nebenfach Psychologie an der Ruhr-Universität Bochum, wo sie von 1996 bis 2001 ihr Promotionsstudium am Institut für Neuroinformatik absolvierte. "Der Schwerpunkt meiner Arbeit lag dort auf der Simulation von Wahrnehmungsfunktionen des menschlichen visuellen Systems", erklärt Prof. Peters. 2002 folgte die Promotion an der Technischen Fakultät der Universität Bielefeld zur Dr. rer. nat. Danach war sie als wissenschaftliche Mitarbeiterin am Lehrstuhl für Graphische Systeme der Technischen Universität Dortmund beschäftigt, bevor sie 2007 zur Professorin an den Fachbereich Informatik der Fachhochschule Dortmund berufen wurde, wo sie bis zu ihrer Berufung an die FernUniversität die Arbeitsgruppe Visual Computing leitete. Sie hatte die Gelegenheit, mehrere Forschungsaufenthalte im Ausland, u.a. am California Institute of Technology in Pasadena, zu verbringen. Seit ihrer Tätigkeit an der TU Dortmund leitet sie ein von der Deutschen Forschungsgemeinschaft gefördertes Projekt, in dem die Möglichkeit untersucht wird, ein System zu entwickeln, das eigenständig Handlungsstrategien für Anwendungen in der Computergrafik oder dem Computersehen erlernen kann.
Die Wissenschaftlerin lebt mit ihrem Lebensgefährten in Bochum. Ausgleich findet sie in ihrer Freizeit beim Florett-Fechten und Fotografieren.
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