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Eigenständig wie eine Professorin gearbeitet

Sylvia Marlene Wilz auf neue Herausforderung bestens vorbereitet

Höchst zufrieden mit ihrer Vorbereitung auf eine ordentliche Professur ist die neue Leiterin des Lehrgebiets Soziologie III: Organisationssoziologie und qualitative Methoden, Prof. Dr. Sylvia Marlene Wilz. Als erster Juniorprofessorin der FernUniversität in Hagen gelang ihr dieser Schritt im Zuge eines Tenure-Track-Verfahrens.

Dieses Verfahren wird in Deutschland bisher nur an wenigen Universitäten praktiziert. Vereinfacht gesagt: Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftler bewerben sich auf eine befristete Juniorprofessur. Im Falle einer positiven Zwischenevaluation ihres Tätigkeitsberichtes nach drei Jahren haben sie an der FernUniversität Aussicht auf eine unbefristete ordentliche Professur, sofern nach sechs Jahren ihre Berufsfähigkeit positiv beurteilt wird. Dieses Verfahren stellt eine Alternative zur Habilitation dar. Seine Besonderheit ist, dass der Juniorprofessor oder die Juniorprofessorin selbstständig arbeitet, also nicht an ein vorhandenes Lehrgebiet angebunden ist.


Für Prof. Dr. Sylvia Marlene Wilz war dieser Weg optimal: „Ich hatte einerseits alle Möglichkeiten – und natürlich auch alle Aufgaben – einer Professorin, konnte mich jedoch gleichzeitig auf dieser Stelle selbst weiterqualifizieren.“ Besonders schätzte sie die Selbstständigkeit: „In meinem Arbeitsbereich habe ich bereits eigenständig wie eine Professorin gearbeitet.“ Hilfreich war, dass sie als Juniorprofessorin in der Fakultät für Kultur- und Sozialwissenschaften der FernUniversität genauso behandelt wurde wie Professorinnen und Professoren: „Ich war hier schnell bestens integriert und konnte mich über meine wissenschaftliche Arbeit hinaus auch in Gremien und fakultätsübergreifend engagieren.“

Mit dem Aufbau ihres Arbeitsbereichs legte Sylvia Marlene Wilz den Grundstein für ihr jetziges Lehrgebiet: „Es gab daher keinen ‚Schock’ beim Übergang in die Professur“, lacht sie, „eigenständiges Arbeiten und die Vielfalt der Aufgaben kannte ich ja schon aus der Juniorprofessur“. Nicht zuletzt hatte sie genügend Zeit, die FernUniversität kennenzulernen und sich auf ihre berufliche Zukunft an der Hagener Hochschule zu konzentrieren: „Ich musste mich nicht auf eine mir völlig unbekannte Universität einstellen.“

Aktuell befasst sie sich schwerpunktmäßig mit der „Entscheidungsfindung und dem Wissens-transfer im Kontext von Arbeit und Organisation, insbesondere in Arbeitsgruppen und bei der Personalauswahl“. Dabei geht es darum, wie Entscheidungen getroffen werden. Wie erwerben Einzelpersonen oder (Arbeits-)Gruppen Wissen und wie geben sie es weiter? Sylvia Marlene Wilz: „Entscheidungen werden immer aus einem Gemisch aus zielgerichteter Überlegung, Bauchgefühl und aktueller Situation getroffen, es geht um Gedanken, Gefühle und Kooperation.“ Deutlich machen will sie dies am Beispiel polizeilicher Ermittlungsarbeit. Hierzu ist es ihr – noch als Juniorprofessorin – gelungen, eine Förderung der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) zu erhalten. Ein zweiter Arbeitsfokus von Wilz liegt auf der Personalauswahl.

Bei ihrer Arbeit geht es der neuen Professorin auch um den Praxisbezug: „Ich möchte Ergebnisse aus der Grundlagenforschung in die Praxis zurückspiegeln, ohne beratend tätig zu werden.“ Da

Lebenslauf

  • 2000 Promotion an der Universität Bielefeld, Fakultät für Soziologie
  • 2000 - 2003 wiss. Mitarbeiterin im DFG-Projekt „Geschlechterkonstruktionen im Organisationswandel am Beispiel Polizei“ an der Universität Bielefeld
  • 2003 - 2004 Juniorprofessur für Soziologie an der Hamburger Universität für Wirtschaft und Politik
  • 2004 - 2009 Juniorprofessur für Soziologie organisationaler Entscheidungen an der FernUniversität in Hagen
  • Seit 2010 Professorin für Organisationssoziologie und qualitative Methoden

Gerd Dapprich | 23.06.2010
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