„Die Rechtswissenschaften haben mich schon immer sehr interessiert“, erklärt Betty Heidler ihre Entscheidung für den Bachelor of Laws. Seit dem Wintersemester 2007/ 2008 studiert die amtierende Weltmeisterin im Hammerwurf an der Rechtswissenschaftlichen Fakultät der FernUniversität in Hagen. „Nach meiner Ausbildung zur Polizeimeisterin der Bundespolizei suchte ich etwas für den Kopf, was neben dem Sport möglich ist“, erzählt sie.
Räumliche und zeitliche Ungebundenheit und eine flexible Einteilung des Studienstoffes waren also unabdingbare Voraussetzungen. Mit anderen Worten: Nur ein Fernstudium kam in Frage: „Ich habe mich bei mehreren Anbietern informiert, aber letztendlich hat mich das Angebot der FernUniversität in Hagen am meisten überzeugt.“ Besonders gut gefällt ihr die Verbindung von rechtswissenschaftlichen und wirtschaftswissenschaftlichen Anteilen im Bachelor-Studiengang: „Beide Bereiche liegen mir total und der Studiengang trifft beides auf den Punkt.“
Ihre ersten Erfahrungen mit dem Fernstudium hat Betty Heidler bereits gemacht, die Unterlagen der belegten Kurse lagen schon in ihrem Briefkasten. „Unheimlich interessant“ findet sie die Einführung in die BWL. „Ich freue mich wirklich, an der FernUni aufgenommen worden zu sein“, betont die 24-jährige, „ich hatte nach meiner Bewerbung schon die ganze Zeit gehofft und gewartet – der Studiengang ist ja zulassungsbeschränkt.“
Den Stoff geht die Leichtathletin in der freien Zeit neben dem Training durch. Ihren Tagesablauf hat sie entsprechend umgestellt: „Ich muss sehr durchorganisiert arbeiten und genau wissen, wann ich was mache. Sonst klappt es nicht“, berichtet sie.
Der Sport steht bei Betty Heidler klar an erster Stelle, ihr Blick ist fest auf Peking und die dort im nächsten Jahr statt findenden Olympischen Spiele gerichtet. Dafür arbeitet sie hart, trainiert acht bis zehnmal die Woche, zwei bis drei Stunden am Tag.
Das Leistungssportprojekt der Bundespolizei, an dem sie teilnimmt, gibt ihr die Möglichkeit dazu – und den Freiraum, neben ihrem Leistungssport zu studieren. Schon die Ausbildung war auf den besonderen Rhythmus, den der Sport verlangte, abgestimmt: „Die Ausbildungszeiträume konzentrierten sich auf die Wintermonate. In der Wettkampfsaison im Sommer war ich freigestellt“, erklärt die gebürtige Berlinerin.
Zum Hammerwerfen kam sie mit 15 Jahren, „aus Langeweile“. Eine Freundin fing ein regelmäßiges Leichtathletiktraining an, irgendwann ging sie mit. „Ich habe erstmal alles ausprobiert – auch die ganzen Wurfdisziplinen“, beschreibt Betty Heidler ihren Werdegang. Das Hammerwerfen hat besonders gut geklappt, also blieb sie dabei und zog später sogar aus Trainingsgründen von Berlin nach Frankfurt am Main.
Der Erfolg gibt ihr Recht: sie ist amtierende deutsche Meisterin, belegte Platz vier bei der Olympiade in Athen, warf 2006 deutschen Rekord mit 76,55 Metern, gewann im gleichen Jahr das Weltfinale in Stuttgart und holte sich 2007 den Weltmeistertitel – um nur einige ihrer Siege aufzuzählen. „Mein schönster Wettkampf? Das war natürlich die Weltmeisterschaft dieses Jahr in Osaka mit der Goldmedaille“, lacht Betty Heidler.
Trotz dieser ganzen Erfolge wirkt die Hammerwerferin keineswegs abgehoben, im Gespräch ist sie sehr natürlich und sympathisch. Sie weiß auch, dass ihre sportliche Karriere nicht ewig dauern kann und stellt mit dem Studium die Weichen für die Zukunft. Betty Heidler möchte es für ihre spätere berufliche Laufbahn bei der Bundespolizei nutzen. Die Ausbildung hat sie zur Beamtin im mittleren Dienst qualifiziert, das Studium soll ihr die Tür zum gehobenen und später vielleicht auch zum höheren Dienst öffnen.
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