Der Fuß nähert sich bedenklich der Nasenspitze. Zum Glück langsam. Der Fuss gehört Katrin Faust. Die 27-jährige ist Sparkassenangestellte, Dritte bei den International Karate Federation-Weltmeisterschaften 2008 (im Modernen Sport-Karate) und Studentin der FernUniversität in Hagen. In Zeitlupe demonstriert sie mit einem Trainingspartner, wie es in ihrem Sport – normalerweise blitzartig – zugeht.
Aus Italien brachte Katrin Faust eine Bronzemedaille mit
1999, nach dem Abitur, absolvierte Katrin Faust zunächst eine Ausbildung zur Bankkauffrau. Anschließend studierte sie in Bochum Wirtschaft mit den Schwerpunkten Finanzierung und Kreditwirtschaft, Mikroökonomik und Statistik und Ökonometrie. 2006 hielt sie ihr Diplom als Ökonomin in Händen. Doch das genügte ihr nicht, sie wollte promovieren. Um sich auf die Promotion mit einem voraussichtlich finanzmathematischen Schwerpunkt vorzubereiten schrieb sie sich zum Sommersemester 2007 an der FernUniversität in Hagen für Mathematik ein: „Ich möchte ja wissen, worüber ich schreibe“, lacht sie. In der Schule war Mathe bereits Leistungskurs, und „Wirtschaftswissenschaft ist schon recht mathematisch.“
Die FernUniversität wählte sie wegen der speziellen Vorteile des universitären Fernstudiensystems: „Es ist kaum an Zeiten und Orte gebunden, ich habe im Gegenteil ein Maximum an Flexibilität.“ Sie entschied sich für das Studieren in Teilzeitform, so lassen sich Studium und halbe Stelle bei der Sparkasse in Gelsenkirchen bestens miteinander und mit dem Sport verbinden. Denn auch mit ihrer Teilzeitarbeit ist sie im Beruf stark eingespannt und muss z. B. „einspringen, wenn es einen Personalengpass gibt – kein Problem“.
Richtig begeistert ist sie von den „gut verständlichen Kursen und der prima Betreuung – ich kann jederzeit anrufen und Hilfe bekommen“. So schnell wie an der FernUni waren die Professorinnen und Professoren in ihrem Präsenzstudium jedenfalls nicht zu erreichen, vergleicht Katrin Faust. Sie bedauert allerdings, dass es wegen ihrer Arbeitszeiten und des Sports schwierig für sie ist, öfter zum Studienzentrum zu fahren.
Dennoch, Katrin Faust ist froh, dass die Personalabteilung und das Controlling, in dem sie arbeitet, sie bei ihrem Studium unterstützen. Die halbe unbefristete Stelle ermöglicht es ihr, im Beruf zu bleiben und sich gleichzeitig das Studium selbst zu finanzieren.
„Allerdings habe ich zwei Teilzeit-Tätigkeiten, bei denen ich soviel sitze wie bei einem Vollzeitberuf, dafür ist mein Sport ein prima Ausgleich.“ Modernes Sportkarate, was ist das eigentlich? Entwickelt wurde diese Sportart Anfang der 1970-iger Jahre auf wissenschaftlicher Grundlage an der RWTH Aachen. Diese europäische Karate-Variante, die vorwiegend an Hochschulen betrieben wird, betont die sportliche Komponente sehr viel mehr als die asiatische, die größeren Wert auf Traditionen und bildhafte Techniken legt: „Bei uns geht’s mehr ums Kämpfen und natürlich ums Gewinnen – bei unseren Turnieren, die mehrfach im Jahr stattfinden, geht es ganz schön zu Sache.“
Zu diesem Sport kam Katrin Faust während ihres Studiums in Bochum, wo sie mehrere Kampfsportarten ausprobierte, im April 2002: „Ich suchte einen körperlichen Ausgleich.“ Nun hat sie dreimal pro Woche Training („Vor Turnieren mehr“), gelegentlich Sportschulungswochenenden, Seminare und „ganz viel Spaß“. Nebenbei ist Katrin Faust auch Trainerin. Und sie leitet den Bochumer Club, organisiert das Vereinsleben und hält Kontakt zu anderen Clubs. Dabei kommt sie nicht nur mit vielen anderen Menschen zusammen, sondern „ich habe auch gelernt, mit Enttäuschungen umzugehen“.
Auch damit, dass neben Beruf, Studium und Sport kaum noch Zeit für weitere Hobbys wie Theater oder Lesen bleibt.
FernUniversität in Hagen, 58084 Hagen, Telefon: +49 2331 987-01, E-Mail: fernuni@fernuni-hagen.de