Oft sind es die Wege mit den meisten Gabelungen und Kreuzungen, die zu den spannendsten Zielen führen. Auf den beruflichen Werdegang von Beatrix Kietzmann jedenfalls trifft das definitiv zu. Dass sie sich an einer der Kreuzungen für die FernUniversität in Hagen entschieden hat, hat sie nie bereut. Durch das Wissen aus ihrem Studium der Literaturwissenschaft und Sozialen Verhaltenswissenschaft konnte sie eine Etappe zu ihrem Traumberuf nämlich quasi im Laufschritt bewältigen. Beatrix Kietzmann ist Schriftstellerin. Mit Leib und Seele und ohne wenn und aber.
Ihre ersten Gehversuche als Autorin machte die 42-jährige schon als Teenie. „Mit Songtexten und kleinen Reden für Familienfeiern fing es an, dann kamen die ersten Kurzgeschichten“, erinnert sie sich und schmunzelt. Ihr Talent zum Beruf zu machen, daran dachte sie damals noch nicht.
Beatrix Kietzmann ist...Dem Schulabschluss folgte eine Lehre zur Einzelhandelskauffrau. Nach neun Monaten kam die Einsicht: „Das ist es nicht, was ich will.“ Gravierend änderte sich ihr Kurs daraufhin allerdings noch nicht. Sie beendete eine Ausbildung zur Bankkauffrau, arbeitete einige Zeit in diesem Beruf und wechselte dann erneut die Sparte. Angestellt am Frankfurter Flughafen, war sie auch in den USA sowie Kanada als Passage-Agentin tätig. „Passage-Agenten sind unter anderem für den Check-In der Reisenden zuständig“, erklärt sie. Es folgten Beschäftigungen bei verschiedenen Unternehmen der Finanzbranche. Das Schreiben – ihre große Leidenschaft – hat sie aber nie aufgegeben.
Der Wunsch, die literarische Begabung zu professionalisieren, wurde mit der Zeit immer stärker. Ein Fernlehrgang „belletristisches Schreiben“ an einer Hamburger Akademie zeigte Beatrix Kietzmann, dass Fernlernen genau ihr Ding ist. Sie wollte ihren Horizont durch ein akademisches Studium an der FernUniversität in Hagen erweitern. „Die Hagener Uni kommt gut an“, wusste sie schon vom Hörensagen, bevor sie sich einschrieb.
Das erste Semester nutzte die Limburgerin, um sich einen Überblick über das Angebot der FernUniversität zu verschaffen. „Ich habe die Studienbriefe verschiedener Studiengänge gelesen, überall mal reingeschnuppert und mich dann für Literaturwissenschaft und Soziale Verhaltenswissenschaft entschieden.“ Als Vollzeitstudentin schaffte sie ihr Studium, das sie durch den Verkauf ihrer Kurzgeschichten finanzierte, in vier Jahren.
...Eva LirotBeatrix Kietzmann favorisiert die Zeit der Aufklärung, bezeichnet sich selbst als große Voltaire-Bewunderin. Nicht ohne Grund schreibt sie unter dem Pseudonym Eva Lirot. Stellt man die Buchstaben um, ergibt sich nämlich der Name „Voltaire“. So ist es auch nicht verwunderlich, dass sie sich in ihrer Abschlussarbeit an der FernUniversität in Hagen mit diesem bedeutenden europäischen Autor des 18. Jahrhunderts beschäftigte. Seine und die Religionskritik Gotthold Ephraim Lessings standen dabei im Mittelpunkt.
Ein „Turbotrip durch dreitausend Jahre Geistesgeschichte“ sei ihr Studium gewesen, schreibt Beatrix Kietzmann auf ihrer Internetseite.
Dem „Turbotrip“ folgte die Veröffentlichung ihres Debütromans Ende November 2007. „Rendevouz mit dem kleinen Tod“ lautet der Titel des Krimis, der Spannung verspricht und wachrütteln will. Es geht um das Geschäft mit der menschlichen Lust in Form einer neuen Sex-Droge.
„Ich will nicht nur unterhalten, sondern auch eine Botschaft übermitteln. In diesem Fall fokussiere ich die Praktiken und das Ethikverständnis von Pharmaunternehmen“, erklärt sie.
Beatrix Kietzmann hat ihren Weg gefunden und sie geht ihn weiter: IIhr zweiter Roman ist gerade in Arbeit.
FernUniversität in Hagen, 58084 Hagen, Telefon: +49 2331 987-01, E-Mail: fernuni@fernuni-hagen.de