Rubriken

FernUni-News - Leute

„Spannende Herausforderung, mich an einer zweiten Universität auszuprobieren“

Preisträgerin: Die ungarische FernUni-Studentin Mónika Pitz im Interview

Die ungarische FernUni-Studentin Mónika Pitz hat für ihre hervorragende Abschlussleistung das Commerzbank-Stipendium 2008 erhalten. Sie war gleichzeitig in Hagen und an der Universität in Pécs eingeschrieben. Mit ihrer Durchschnittsnote von 1,8 liegt sie weit vor den meisten Studierenden der Fakultät für Wirtschaftswissenschaft der FernUniversität in Hagen. Anschließend begann ihr Doktoratsstudium an der Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät in Pécs.

Wir fragten Frau Pitz nach ihren Motiven für die Teilnahme an dem Doppelabschlussprogramm der beiden Universitäten, nach ihrem Studienalltag und nach dem Inhalt ihrer Abschlussarbeit.

Mónika Pitz (Foto: privat)

Frage: Frau Pitz, welche Fächer haben Sie an den beiden Universitäten studiert? Warum haben Sie sich dafür entschieden, diese Doppelbelastung auf sich zu nehmen?

An der Universität Pécs habe ich die Fachrichtung Finanzierung und Institutionen und als Nebenfach Fachübersetzung gewählt und an der FernUniversität in Hagen war Operations Research mein Schwerpunktfach. Ich habe mich schon immer für beide Richtungen interessiert und natürlich sofort die Gelegenheit ergriffen, an dem Doppelabschlussprogramm teilzunehmen. Es war eine spannende Herausforderung, mich an einer zweiten Universität auszuprobieren und neue Lernmethoden und Perspektiven kennenzulernen.

Frage: Und wie ist Ihre neue berufliche Situation? Warum haben Sie diese Stelle bekommen, war der Doppelabschluss dafür wichtig?

Ich hatte schon früher die Gelegenheit, an einer Forschung zum Thema Operations Research teilzunehmen, die mir sehr gefallen hat. Auch allgemein das Studieren habe ich genossen, so war eine Promotion das Beste, was ich mir vorstellen konnte. Die Kurse und die Forschungen sind sehr interessant und ich finde es gut, dass wir oft die Möglichkeit haben, selbstständig zu arbeiten und unsere eigenen Ideen vorzuführen. Auch meine Studien an der FernUniversität haben natürlich dazu beigetragen, die Promotionsstelle zu bekommen. Besonders ist dadurch meine Leistung als Fachübersetzerin gestiegen.

Frage: Wie ist die Situation auf dem ungarischen Arbeitsmarkt zurzeit? In Deutschland haben wir gehört, dass der ungarische Staat sehr große Probleme durch die weltweite Finanzkrise hat. Wirkt sich das auf den Arbeitsmarkt aus? Wie wären Ihre Chancen bei anderen öffentlichen Einrichtungen oder Unternehmen gewesen?

Zurzeit haben es hier in Ungarn junge Akademiker nicht einfach. Die Berufsstarter mit Doppelabschluss haben jedoch sehr gute Chancen, einen ausgezeichneten Job zu bekommen.

Frage: Wie mir Herr Prof. Arnold sagte ist Deutsch wohl nicht Ihre Muttersprache – wie ich festgestellt habe beherrschen Sie Deutsch jedoch hervorragend. Mussten Sie Deutsch erst lernen, um an der FernUniversität studieren zu können? Sie haben ja einen deutsch klingenden Namen…

Es stimmt, Deutsch ist nicht meine Muttersprache, ich habe aber mit Deutschlernen schon als Kind angefangen. So fällt es mir nicht schwer, deutsche Fachbücher zu studieren.

Frage: Können Sie uns kurz beschreiben, wie ein Tag oder eine Woche mit zwei Studiengängen aussieht? Wie haben Sie Ihr Leben organisiert? Mussten Sie dazu noch arbeiten? Blieb noch Zeit für Freunde und Hobbys? Welche Hobbys haben Sie?

Eigentlich hatte ich keine grossen Probleme die vielen Prüfungen zu organisieren. In Pécs begann die Prüfungszeit zwei Monate früher und die Prüfungen an der FernUniversität hatte ich erst danach. Es stand immer genügend Zeit für die Vorbereitungen zur Verfügung. Ich hatte nur eine Doppelprüfungszeit zu überleben, sonst gab es keine Schwierigkeiten. Dank der Stipendien, die ich bekommen habe, musste ich nicht daneben noch arbeiten. Damals wohnte ich im Studentenheim, so konnte ich viel Zeit mit meinen Freunden verbringen. Falls mich die Prüfungen dennoch überlastet haben, ging ich für ein paar Tage zu meinen Eltern, die mich immer voll unterstützt haben. Ich hatte ein vollkommenes Studentenleben, wir gingen oft aus und wir versuchen auch heute noch trotz der Entfernung, so oft wie möglich gemeinsame Programme zu organisieren. Auch die Promotion ist nicht zu belastend. Am liebsten tanze ich in meiner Freizeit, ich lerne gerade seit einigen Monaten Salsa.

Frage: Und können Sie uns auch noch in einigen wenigen Sätzen erklären, worum es in Ihrer Arbeit ging und was die wichtigsten Ergebnisse waren?

In meiner Diplomarbeit ging es darum, ein Maschinenbelegungsproblem zu lösen. Ich habe die Leistungen von einigen exakten Lösungsmöglichkeiten und einigen heuristischen Algorithmen untersucht. Heute beschäftige ich mich mit dem Problemkreis der Devisenkredite: Wie können Wechselkurse prognostiziert werden? Wie können dabei auftretende Risiken gemanagt werden? Und wie funktionieren alle diese Methoden während der Finanzkrise?

Informationen zur Preisverleihung:

http://www.fernuni-hagen.de/universitaet/aktuelles/2009/01/21-am-commerzbankpreis-2008.shtml

Gerd Dapprich | 11.03.2009
FernUni-Logo FernUniversität in Hagen, 58084 Hagen, Telefon: +49 2331 987-01, E-Mail: fernuni@fernuni-hagen.de