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„Wer sich zu Hause vergräbt, hat schlechte Karten“

FernUni-Absolvent Alexander Klotz schloss Informatikstudium mit 1,0 ab

„Meiner fehlenden Informatik-Qualifikation bin ich jahrelang hinterhergehinkt“, sagt Alexander Klotz. „Bis ich mich dann an der FernUni eingeschrieben habe.“ An der Hagener Hochschule hat er sein Informatik-Diplom gerade abgeschlossen – mit Bestnoten. Seinen ersten akademischen Titel – Diplom-Physiker – erlangte der 39-jährige vor gut zehn Jahren an der Universität Heidelberg. „Aber schon in meiner Abschlussarbeit damals habe ich mich mit einem reinen Informatikthema beschäftigt“, erinnert er sich. Sich als Physiker in diese Welt hineinzudenken sei nicht immer einfach gewesen, „aber es hat mich einfach brennend interessiert“.

Alexander Klotz (re.) mit Prof. Dr.-Ing. Bernd Krämer

Im Anschluss an sein erstes Studium hätte er auch einen Job in einer großen Softwarefirma antreten können. „Weil aber recht schnell die ersten Aufträge im Bereich Softwareentwicklung ins Haus kamen, habe mich dann für die Selbstständigkeit entschieden“. Bis heute ist er nebenbei als sein „eigener Herr“ im EDV-Bereich tätig. „In meiner täglichen Praxis hatte ich aber eben immer öfter festgestellt, dass mir ein umfassendes Informatikfundament fehlt. Das habe ich jetzt.“ Dass es am Ende ein Einser-Diplom wird, damit habe er selbst nicht gerechnet. Und nicht nur das: Klotz schaffte sein Studium trotz paralleler Berufstätigkeit innerhalb von nur drei Jahren. Vorteilhaft dabei sei für ihn gewesen – das will er nicht verschweigen – dass seine 12-monatige Diplomarbeit an der Uni Heidelberg aufgrund des Informatik-Themas als Abschlussarbeit von der FernUniversität angerechnet wurde. „Dennoch war es alles andere als leicht und ohne mein gutes Netzwerk aus vielen Kommilitoninnen und Kommilitonen hätte ich es so nicht geschafft“, unterstreicht er.

Der Kontakt zu anderen Studierenden sei ungemein wichtig. „Wer sich als Fernstudent zu Hause vergräbt, hat schlechte Karten“, findet er. „Gemeinsam für Klausuren lernen, sich über das Telefon oder per Mail austauschen und zusammen Fachfragen erörtern, das bringe unheimlich viel. Gelegenheiten dazu gäbe es genug. „Man kann doch einfach in den Newsgroups im Internet oder nach Klausuren oder Präsenzveranstaltungen auf die Leute zugehen“, sagt der sympathische junge Mann. Und er geht noch einen Schritt weiter: „Ich würde es begrüßen, wenn es in jeder größeren Stadt einen regelmäßigen und verpflichtenden Stammtisch für die Studierenden geben würde. Die Anwesenheit muss ja keine Lehrkraft kontrollieren, das können die Studis selbst machen“, schlägt er vor.

Und wie geht es für ihn jetzt weiter? „Im Moment bin ich als wissenschaftliche Hilfskraft bei Prof. Dr. Bernd Krämer am Lehrgebiet Datenverarbeitungstechnik an der FernUni angestellt. Dort gebe ich unter anderem ein Seminar zum Thema ‚Serviceorientierte Architektur’ (SOA). SOA hat zum Ziel, Strategien und technische Konzepten der IT-Struktur für Unternehmen zu optimieren. Manchmal ist es zum Beispiel empfehlenswert, ‚alte’ Programme, die sich lange Jahre bewährt hat, mit einer neuen Software zu kombinieren“, erklärt er.

Und welche Pläne hat er langfristig? „Ich würde gerne an der FernUni promovieren und das entsprechende Forschungsvorhaben im Rahmen einer Beschäftigung in einem Software- oder IT-Unternehmen durchführen. Es wird Zeit, dass ich in der Wirtschaft einen Fuß in die Tür bekomme.“

Der Vorteil an seinem Job an der FernUni: Er kann auch von zu Hause arbeiten und so nebenbei weiterhin seiner selbstständigen Tätigkeit als EDV-Berater nachgehen. „Zu Hause“ ist für Alexander Klotz übrigens Mannheim. „Mannheim bei Hoffenheim“, lacht er. „Das kennen zumindest alle Fußballfans mittlerweile.“

Manuela Feldkamp | 28.05.2009
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