Ungehemmt werden in aller Welt Produkte gefälscht, Entwicklungen nachgebaut und Designs kopiert, die von deutschen Unternehmen mit hohem Kostenaufwand entwickelt werden. Eine zentrale Rolle bei der Ausbildung juristischer Spezialisten, die dieses geistige Eigentum schützen, spielt die FernUniversität in Hagen. Als einzige Universität bietet sie spezielle Fernstudien an. Martin Dörner, Patentanwalt in Hagen, ist ebenso wie sein Partner Dr.-Ing. Ulrich Kötter Absolvent eines solchen berufsbegleitenden Fernstudiums: „Eine heftige Herausforderung, ich habe manchen Sonntag mit dem Studienmaterial verbracht – aber es war eine richtige Zukunftsinvestition“, erinnert sich Dörner, der zuvor ein Diplom-Studium als Maschinenbau-Ingenieur abgeschlossen hatte. „Mein Vater, der Gründer unserer Kanzlei, hat mich um die Qualität des Wissens aus der FernUni beneidet!“
Martin Dörner
Die Patentanwaltskammer in München suchte in den 1990-iger Jahren eine Möglichkeit, die allgemeinen juristischen Kenntnisse der Kandidatinnen und Kandidaten berufsbegleitend auf einen einheitlich hohen Stand für ihre zentralen Prüfungen zu bringen, nicht zu vergessen die regelmäßigen Lernstandskontrollen. Inhaltlich und logistisch konnte dies nur die FernUniversität: „Ihr Angebot hat die Kompetenzen der deutschen Patentanwaltschaft erheblich verbessert und den Kollegen sehr geholfen“, blickt Dörner zurück.
Wie die meisten seiner Kollegen reizte ihn besonders die Schnittstelle zwischen Technik und Recht: „Mit immer neuen technischen Entwicklungen zu tun zu haben schätze ich sehr – und mit den kreativen und engagierten Menschen, die dahinter stehen.“ Er empfindet die Tätigkeit als sehr abwechslungsreich. Hinzu kommt, dass Dörner und Dr.-Ing. Kötter sich auch mit Marken- und Designschutz befassen: „Der Mix macht den Charme des Berufs aus.“ Nicht zu vergessen sind die Verfahren, „wenn die Rechte unserer Mandanten verletzt werden oder wenn wir Wettbewerberrechte unter die Lupe nehmen.“ In einer Wirtschaftskrise steigen diese Zahlen sogar: „Jeder Inhaber eines Schutzrechtes ist sauer auf Wettbewerber, die das verletzen – im Augenblick noch viel mehr als in Boomzeiten.“ Die wirtschaftlichen Umstände feuern aber auch die Kreativität von Entwicklern an: Auch die Zahl der Patente nimmt zu.
Um Patentanwalt zu werden muss man einen natur- oder ingenieurwissenschaftlichen Abschluss, im Normalfall an einer Universität, haben. Ein Patentanwalt ist also in zwei Berufswelten zuhause – in Technik oder Naturwissenschaft und in der Rechtswissenschaft. Zur Ausbildung im Gewerblichen Rechtsschutz gehören verschiedene Stationen, allein mindestens 26 Monate lang sind die Kandidaten und Kandidatinnen bei einem Patentanwalt oder Patentassessor tätig. Gleichzeitig studieren sie an der FernUniversität in Hagen im zweijährigen Fernstudiengang „Recht für Patentanwältinnen und Patentanwälte“. Er vermittelt grundlegende Rechtskenntnisse zu Bürgerlichem Recht, Verfahrensrecht oder öffentlichem Recht, deckt aber genauso spezifisch patentrechtliche Gebiete ab wie Lizenzvertrags- und Verfahrensrecht in Patentsachen, die Patentverletzung oder das Patentanwaltsrecht. Nach ihrer langjährigen Ausbildung können Patentanwältinnen und -anwälte Unternehmen nicht nur bei der Verteidigung ihrer Schutzrechte für Erfindungen, Neuerungen, Marken, Design und Know-how helfen, sondern ebenso bei der optimalen Nutzung der Vielzahl juristischer und wirtschaftlicher Vorschriften.
Zu den Mandanten der Kanzlei Dörner, Kötter & Kollegen gehören vor allem klein- und mittelständische Unternehmen, aber auch einige Europa- und Weltmarktführer. Und einige wenige begeisterte Tüftler. Gerade die Zusammenarbeit mit inhabergeführten Unternehmen gefällt den beiden Patentanwälten: „Solche Inhaber wissen wie kein anderer, wovon sie sprechen.“ Kommt ein Mandant in die Kanzlei kann die Arbeit oft auf der Basis der Zeichnungen beginnen. Gerne verschaffen Dörner und Dr.-Ing. Kötter sich aber auch einen persönlichen Eindruck durch ein Musterstück oder einen Unternehmensbesuch, wenn es z. B. um ein Produktionsverfahren geht. Im „stillen Kämmerlein“ (Dörner) wird dann mit sehr viel Denkarbeit der Antrag vorbereitet und mit dem Mandanten abgestimmt. Von dem Tag an, an dem der Antrag im Patentamt eingereicht wird, besteht ein vorläufiger Schutz. Vorher nicht.
Betroffen von Plagiaten sind alle möglichen Unternehmen, der große Sanitäranlagenhersteller ebenso wie die kleine elektrotechnische Firma: „Alles, was besonders erfolgreich ist, z. B. durch ein schönes Design, ist besonders gefährdet. Zwar fehlt Fälschern für hochwertige Technik oft das Können“, erläutert Dörner, „dennoch werden auch technische Produkte kopiert“. Immer mehr Firmen ziehen daher einen der 2.300 deutschen Patentanwälte zu Rate, die im Gewerblichen Rechtsschutz ebenso bewandert sind wie in Technik oder Naturwissenschaften.
FernUniversität in Hagen, 58084 Hagen, Telefon: +49 2331 987-01, E-Mail: fernuni@fernuni-hagen.de