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Eintrittskarte Akademiestudium

Anja Kratzke braucht kein Abitur, um an der FernUniversität zu studieren

Portraitbild von Anja Kratzke Brauchte kein Abitur, um an der FernUniversität zu studieren: Anja Kratzke

Anja Kratzke weiß, was sie will: als Lehrerin an einem Berufskolleg Schülerinnen und Schüler in Wirtschafts-Bildungsgängen unterrichten. Dafür nimmt sie zurzeit auch schlaflose Nächte in Kauf – „vor allem in Klausurenphasen“, erklärt sie lächelnd. Lernen kann sie am besten vormittags, wenn die Kinder in der Schule sind, oder eben nachts:„Da kann der Kaffeebedarf schon einmal etwas ansteigen.“ Die 32-Jährige ist seit dem Sommersemester 2006 an der FernUniversität in Hagen im Bachelorstudiengang Wirtschaftswissenschaft eingeschrieben. Und das, obwohl sie nie Abitur gemacht hat.

„Nach meiner Berufsausbildung zur Bürokauffrau und der Weiterbildung zur staatlich geprüften Betriebswirtin im Rechnungswesen und Controlling-Bereich waren immer noch Fragen offen, war ich immer noch neugierig“, erzählt Anja Kratzke. Eine zusätzliche Weiterbildung ähnlich der zur staatlich geprüften Betriebswirtin wäre „Quatsch“ gewesen. Sie wollte studieren. An der FernUniversität stieß die gebürtige Düsseldorferin auf den Zugang zum Studium über das sogenannte Akademiestudium.

Fünf Module in sechs Semestern erfolgreich abschließen – diese Hürde galt es zu nehmen für den Bachelor Wirtschaftswissenschaft. Anja Kratzke bestand alle Prüfungen zielstrebig in drei Semestern. „Dabei hätte ich früher nie gedacht, dass ich das schaffe“, sagt sie. Nach der Weiterbildung, für die sie drei Jahre lang drei mal in der Woche rund 60 km gefahren ist, nebenher Teilzeit gearbeitet und sich um die beiden kleinen Kinder gekümmert hat, war sich Kratzke jedoch sicher, auch mit einem Fernstudium gut zurecht zu kommen.

Die fünf Module hat das Prüfungsamt ihr anerkannt, Kratzke hat durch das Akademiestudium keine Zeit verloren. Seit dem Sommersemester 2008 ist sie regulär in den Studiengang eingeschrieben. „Die FernUniversität passt sich meiner Lebenssituation an und nicht umgekehrt“, meint sie, „so kann ich mit Familie und ohne Abitur studieren.“

Mit dem Studium erwirbt sie das nötige Fachwissen für ihren Traumberuf am Berufskolleg: „Bevor ich anfing zu studieren, habe ich mir genau überlegt, was ich später mit dem Abschluss machen möchte.“ Aufgrund ihres bisherigen beruflichen Werdegangs war die Wirtschaftswissenschaft als passende Disziplin schnell gefunden. Die Arbeit mit jungen Menschen macht ihr Spaß – die Entscheidung, Berufsschülerinnen und -schüler zu unterrichten, war gefallen. „Die ersten Semester sind nicht immer einfach“, sagt sie ehrlich, „wenn man sich jedoch an das System gewöhnt hat, wird man direkt lernsüchtig!“

Die „Sucht Fernstudium“ lässt Anja Kratzke so schnell nicht los. Ihr Berufsziel hat sie dabei immer fest im Blick. Auf den Bachelor soll unbedingt der Master folgen. „Der kann mir dann als erstes Staatsexamen anerkannt werden.“ Fehlende Didaktik-Scheine will sie als Zweithörerin an einer Präsenzuniversität erwerben, da in Hagen kein Lehramt angeboten wird. Momentan erwirbt Kratzke außerdem noch an einem anderen Institut – aber ebenfalls via Fernlehre – ein offizielles Sprachzertifikat in Wirtschaftsenglisch. Ihr Erfolgsgeheimnis? „Das Ziel stets klar vor Augen behalten und auf das eigene Bauchgefühl vertrauen.“

Gesche Quent | 10.09.2009
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