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Mit der FernUni vom Bank-Azubi in den Vorstand

Absolvent Dr. Andreas Sommer ab Dezember in der Geschäftsführung der Volksbank Hellweg

Lehrer für Mathematik und Sport – das war der Beruf, den Dr. Andreas Sommer direkt nach dem Abitur angepeilt hat. Daraus ist nichts geworden. Er hat sich bewusst für einen anderen Weg entschieden. Der junge Mann hat eine Ausbildung zum Bankkaufmann absolviert, gleichzeitig an der FernUniversität sein Studium begonnen, dieses während der Berufstätigkeit abgeschlossen und im Anschluss promoviert. Der verdiente Lohn ist eine beachtenswerte Karriere. Seit Anfang Dezember ist der Banker stellvertretendes Vorstandsmitglied der Volksbank Hellweg eG. Und das mit erst 36 Jahren.

Sommer hat sich den Erfolg mit hoher Eigenmotivation aufgebaut. „Ich habe schnell gemerkt, dass Lehrer nicht der richtige Beruf für mich ist. Also habe ich mein Studium an einer Präsenzuni aufgegeben und von 1997 bis 2000 meine Ausbildung in einer Bank absolviert“, erinnert er sich. Sein wesentliches Argument für die Entscheidung, neben dem Job an der FernUni zu studieren und zu promovieren: „Ich wollte so schnell wie möglich vorankommen und nicht für immer hinter dem Bankschalter stehen. Erst nach der dreijährigen Ausbildung ein Studium zu beginnen, das dauerte mir zu lange. Außerdem war es mir sehr wichtig, meine Karriere selbst in die Hand zu nehmen. Ich hätte mich ja auch für interne Weiterbildungen bewerben können, dann aber wäre ich von den Entscheidungen der Personalabteilung abhängig gewesen. “

Die Empfehlung, sein ehrgeiziges Vorhaben an der FernUniversität in Hagen in die Tat umzusetzen, bekam Sommer sozusagen „aus erster Hand“, denn einer seiner Arbeitskollegen war gleichzeitig Mentor im Studienzentrum Arnsberg. Der heute 36-jährige Banker hat sich zunächst einige Kurseinheiten bestellt, um sich mit dem Studiensystem der FernUniversität vertraut zu machen. „Ein Fernstudium erfordert Disziplin und Motivation und ist sicher nicht jedermanns Sache. Man muss sich gut überlegen, ob es das Richtige für einen selbst ist“, erklärt er nüchtern, warum er sich dann ein halbes Jahr Zeit ließ mit der Entscheidung. Für ihn war das Fernstudium genau richtig. „Ich habe es als sehr hilfreich empfunden, dass man bereits am Anfang des Semesters ganz genau weiß, welches Pensum man schaffen muss. Man bekommt das Studienmaterial in Arbeitspaketen und kann die Zeit, die man für das Studium aufbringen muss, selbstständig planen.“

Sommer sieht noch einen entscheidenden Vorteil gegenüber einem Präsenzstudium. Dank des Fernstudiensystems habe er sehr viel effektiver gelernt als damals in seinem Präsenzstudium. Die Einsendearbeiten, die Pflicht sind und die man in regelmäßigen Abständen nach Hagen zu den Dozentinnen und Dozenten schickt, seien einfach eine super Gelegenheit, den eigenen Wissensstand zu kontrollieren. „Damit umgeht man die Gefahr, das Studium schleifen zu lassen und steht nicht kurz vor einer Klausur vor einem Riesenpensum an Stoff, den man noch unter Zeitdruck lernen muss.“

Bei allem Lob gibt es aber auch eine Sache, die Sommer, der 2005 an der FernUniversität sein Studium der Wirtschaftswissenschaften abgeschlossen hat, kritisiert: „Ich hätte mein Diplom-Zeugnis gerne persönlich überreicht und nicht per Post bekommen, das wäre einfach nach über sechs Jahren Studium eine schöne Anerkennung gewesen.“ Als positiv empfindet er wiederum, dass die FernUni mit ihren Alumni nach dem Studienabschluss in Kontakt bleibt und deren Lebenswege weiter verfolgt. „Nach meiner Berufung in den Vorstand der Volksbank Hellweg eG kamen auch schnell die ersten Glückwünsche von Prof. Littkemann und seinem Team“, freut er sich.

Dort, am Lehrstuhl für Betriebswirtschaftslehre, insbesondere Unternehmensrechnung und Controlling, hat Sommer auch promoviert. In seiner Doktorarbeit ‚Controllinginstrumente als Prozessinnovationen in Banken - eine empirische Analyse‘ richtet er seinen Blick gezielt auf die Arbeitspraxis in Banken. Das ist natürlich auch für seinen Arbeitgeber spannend, der Ergebnisse davon bereits in die Arbeitsabläufe integriert hat.

Sommer hat sich während seines Studiums gleichzeitig in der Volksbank Hellweg eG kontinuierlich hochgearbeitet. Dabei hat er Inhalte aus dem Studium in der Praxis angewendet und gleichzeitig in der Praxis sein Promotionsthema gefunden. Bessere Argumente, ihn in den Vorstand zu berufen, kann es kaum geben, oder?

Manuela Feldkamp | 07.12.2011
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