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Stimmen zur FernUni

Dr. Maren Lil Bornschein

Vollzeitjob in der Kieler Staatskanzlei und Doktorarbeit an der FernUni

Dr. Maren Lil Bornschein

„Ich nehme das Ruder halt gerne selbst in die Hand“ – ein Motto, das auf die Doktorarbeit von Dr. Maren Lil Bornschein an der Fakultät für Wirtschaftswissenschaft der FernUniversität in Hagen gleich in zweifacher Hinsicht zutrifft: Als sie bereits Diplom-Kauffrau war, hatte ein Freund im Spaß angeboten, ihr einen seiner zwei Doktortitel abzutreten. Mit den Worten „Das kann ich auch alleine“ lehnte sie das Angebot dankend ab. Außerdem hatte sie sich aufgrund ihrer täglichen Arbeit in einer öffentlichen Verwaltung gefragt, welche Qualifikationen und Motivationen Mitarbeiter, Mitarbeiterinnen und Führungskräfte besitzen müssen, um neue Medien in der Behördenkommunikation optimal zu nutzen. Da sie darauf in der Fachliteratur keine Antwort fand, wollte sie es selbst herausfinden.

Mit dieser Idee kam sie zu Prof. Dr. Dr. Gerhard E. Ortner, ihrem späteren Doktorvater. Die Doktorarbeit mit dem Titel „Mediengestützte Behördenkommunikation und ihre Auswirkungen auf das individuelle und institutionelle Personalvermögen von Verwaltungsbetrieben“ war geboren. Abgeschlossen hat sie diese im vergangenen Jahr mit der Bestnote „summa cum laude“.

Die Beziehung zwischen der FernUniversität und Maren Lil Bornschein begann jedoch nicht erst mit der Doktorarbeit. Bereits seit 1991 studierte sie hier. Nachdem die Kielerin nach dem Abitur ein dreijähriges FH-Studium zur Diplom-Verwaltungswirtin abgeschlossen hatte, schien ihr weiterer Lebensweg zunächst vorprogrammiert. Der Abschluss war die Eintrittskarte in den gehobenen öffentlichen Dienst. „Nach ungefähr einem Jahr Arbeit habe ich mich dann aber gefragt, ob das jetzt tatsächlich schon alles war. Ich war doch gerade erst Anfang 20 und wollte nicht stehen bleiben.“

Also fing Bornschein an, parallel zu ihrem Job beim Gewerbeaufsichtsamt Kiel an der FernUniversität Soziologie, Philosophie und Literaturwissenschaft zu studieren. Ein Studium, das sie zwar sehr interessierte, in der Verwaltung jedoch wenig Perspektiven bot. Mit dieser Erkenntnis wechselte sie 1993 zu den Wirtschaftswissenschaftlern, wo sie 2002 ihr Studium als Diplom-Kauffrau beendete.

„Das Thema meiner Diplomarbeit ist damals aus meinem eigenen Aufgabenfeld erwachsen“, blickt Bornschein zurück. Sie war unterdessen zum Landesamt für Straßenbau und Verkehr des Landes Schleswig-Holstein gewechselt und dort als stellvertretende Dezernatsleiterin unter anderem für IT-Fortbildungen verantwortlich. Durch ihre Diplomarbeit „Bildungscontrolling als Bestandteil der Qualitätssicherung in der DV-Fortbildung – eine Analyse aus Sicht des Personalvermögenskonzeptes“ konnte sie ihren Job und ihr Studium gut miteinander verbinden.

Zusätzlich war Bornschein auch noch acht Jahre lang Mentorin im Fernstudienzentrum Lübeck der FernUniversität. Die Einrichtung hatte sie als Studentin schätzen gelernt: „Ich war häufig dort, um Kontakte mit anderen Studierenden zu knüpfen und mich gezielt auf Klausuren vorzubereiten.“ Als eine Mentoren-Stelle ausgeschrieben war, griff sie ohne Zögern zu und schwärmt heute noch von dieser Unterrichtstätigkeit. Außerdem sei die Mentorentätigkeit auch immer eine Motivation für ihr eigenes Studium gewesen: „Es sollte mich ja schließlich keiner meiner Schützlinge überholen.“

Vorerst hat die FernUni-Karriere von Maren Lil Bornschein mit ihrer Dissertation ein Ende gefunden. Mittlerweile ist sie seit einem Jahr in dem Anwendungsfeld ihrer Arbeit beim Ministerpräsidenten des Landes Schleswig-Holstein in der Staatskanzlei tätig. Sie schließt jedoch nicht aus, dass ihr Weg sie eines Tages wieder zur FernUni nach Hagen führt:„Ich kann mir gut vorstellen, irgendwann mein geisteswissenschaftliches Studium noch einmal aufzunehmen“, blickt Bornschein in die Zukunft.

Carina Grewe | 22.10.2010
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