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Stimmen zur FernUni

Danny Ecker

Stabhochspringer, Student im Fachbereich Wirtschaftswissenschaft

Danny Ecker

Die Olympischen Spiele in Athen hat er genossen, viel mehr als die in Sydney vier Jahre zuvor. Weil der emotionale Wettkampf nach anfänglichen Problemen doch gut lief, er am Ende auf dem fünften Platz landete. Ein so gutes Ergebnis war nicht unbedingt zu erwarten gewesen: Danny Ecker gelang als Stabhochspringer ein erstaunliches Comeback. Der Leverkusener war noch 2001 deutschen Hallenrekord gesprungen, über sechs Meter hoch lag damals die Latte. Ein Jahr später eine Verletzung, er wurde an der Schulter operiert, es folgte eine 18 Monate lange Wettkampfpause. In dieser Zeit schrieb sich Ecker an der FernUniversität ein; es war nicht klar, ob er mit dem Sport jemals wieder Erfolg haben könnte.

Es klappte. Neben der guten Platzierung in Athen wurde er 2004 auch deutscher Meister. Ecker studiert weiter, auch wenn er noch auf mehrere erfolgreiche Jahre als Leistungssportler baut. "So weiß ich eben, dass es nicht ganz so eilig ist mit dem Abschluss", sagt er. Trotzdem ärgert ihn manchmal, dass er nicht schneller vorankommt mit dem Lernstoff. Zwei Scheine möchte er pro Semester machen, der Sport hat ganz klar Priorität. Die Leichtathletik-Saison gibt den Takt vor. Zuerst kommen die Wettkämpfe in der Halle, dann die Freiluftsaison, zwischendurch Trainingslager. Auch im Winter trainiert Ecker zwei Mal am Tag. So studiert er eher phasenweise: "Unter der Woche schaffe ich nicht viel. Am Wochenende hänge ich mich rein", erzählt der Sportler, der ein bisschen hibbelig auf seinem Stuhl sitzt. Auch im Trainingslager hat er die Studienmaterialien zwar immer dabei, arbeitet jedoch nicht viel durch, das gibt er ehrlich zu - und zwar ohne schlechtes Gewissen. "Wenn ich im Trainingslager in Südafrika bin, möchte ich in meiner freien Zeit lieber etwas von dem Land sehen", erklärt er. Das hat er bewusst so entschieden, und die FernUniversität lässt ihm alle Freiheit dafür.

Es geht für ihn eben nicht darum, möglichst schnell einen Abschluss zu machen. Sondern darum, Perspektiven zu schaffen für die Zeit nach der aktiven Ära. Als er verletzt war, während der langen Wettkampfpause, war ihm klar geworden, dass er diese Perspektiven will. Zwar machte es ihm damals kaum großen Spaß, Skripte zu lesen. Nicht springen zu können verdarb ihm die Laune auch für das Studium. Aber er machte sich Gedanken darüber, was nach seiner Sportler-Karriere kommen könnte. "Das ist ganz klar ein Thema unter Sportlerkollegen in der Leichtathletik, wir verdienen ja nicht so viel, dass wir später ausgesorgt hätten…" erklärt er. Bevor er sich im Jahr 2002 an der FernUni einschrieb, hatte Ecker einen kurzen Versuch an der Uni Köln gemacht. Aber nur die Flexibilität der FernUni bietet ihm die Chance, das Studium neben dem Leistungssport hinzubekommen.

Für die Studienentscheidung wichtiger als eventuelle zukünftige Geldsorgen war vermutlich Eckers Unternehmungslust und sein ausgeprägter Drang, sein Leben selbst zu gestalten: "Auf gar keinen Fall sehe ich mich in Zukunft als Angestellten", stellt er fest. Schon eher will er sich selbstständig machen. Er hat bereits einen Versuch gemacht, eine eigene Agentur für Sport-PR auf die Beine zu stellen. Die Umstände waren damals nicht günstig, doch einen zweiten Versuch in gleicher Richtung kann er sich gut vorstellen.

Jedenfalls braucht er das betriebswirtschaftliche Wissen dafür. Ebenso nützen ihm vielleicht seine Kontakte und die Erfahrung als Leistungssportler. Ecker spricht schnell, es scheint ihm leicht zu fallen, auf Menschen zuzugehen. Im Studienzentrum in Leverkusen, seiner Heimatstadt, begrüßen sie ihn mit Namen, das ist ihm fast unangenehm. Für manche Kurse kommt er regelmäßig ins Zentrum. "Es gibt Mentoren, die sind so gut, die machen fast das Skript überflüssig", lobt er. Die Gemeinschaft mit anderen Studierenden wie an einer Präsenzhochschule vermisst er jedoch nicht: "Den Zusammenhalt habe ich ja im Sport. Obwohl es für das Lernen vielleicht einfacher wäre."

Denn das Studium fällt ihm dann und wann schwer. Nicht inhaltlich, aber es ginge besser, könnte er kontinuierlicher arbeiten. "Genial ist es eigentlich, wenn ich in der Klausurvorbereitung so weit bin, dass ich den Stoff richtig überblicke, richtig Bescheid weiß. Das macht Spaß, da hat man auch Erfolgserlebnisse", erzählt er. "Aber ob ich regelmäßig lernen kann, kommt eben immer auf die Trainingsbelastung an". Wenn er völlig geschafft ist, will auch sein Kopf nicht mehr. Dann lässt er sich gern ablenken - und kommt manchmal in Terminschwierigkeiten bei den Einsendeaufgaben. "Es beschäftigt einen als Leistungssportler immer, wie viel Zeit man in den Sport investieren sollte und wie viel ins Studium", erklärt er. Doch am Studiensystem der FernUni, am Lehrmaterial findet er nicht viel auszusetzen. Spaß gemacht hat ihm Buchführung - ein bisschen wundert er sich selbst darüber, gilt der Stoff doch als so trocken. Und Mathe. Seinen Schwerpunkt sieht er in Marketing, vielleicht Außenwirtschaft. Aber bevor er das alles beruflich verwertet, reizt er erst sein ganzes Potenzial im Sport aus. Denn er kann noch viel höher springen, da ist er ganz sicher.

Anemone Schlich | 01.08.2008 12:53
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