Illustration
Rubriken

Stimmen zur FernUni

Michael Möcker

Von Wissenschaft fasziniert – Bester Abschluss in der Hagener Wirtschaftwissenschaft

Michael Möcker

„Ich habe gar nicht so genau hingesehen, wie die Note sich zusammensetzt.“ Überrascht war Michael Möcker schon, als das Prüfungsamt der Fakultät Wirtschaftwissenschaft der FernUniversität in Hagen ihm mitteilte, wie er sein volkswirtschaftliches Fernstudium abgeschlossen hatte: 1,0. Eine (Traum-)Note, mit der die Hagener Ökonomen höchst sparsam umgehen. Um es genau zu sagen: Der FernUni-Student aus Düsseldorf ist der erste von rund 11.000 Absolventinnen und Absolventen, der ihren Anforderungen genügte.

Wie man das schafft? Durch ein Ziel und durch Konsequenz. Möckers Ziel hieß „Wissenschaftler werden“, seine Konsequenz „ganz oder gar nicht“. Es ging ihm nicht um die Note, sondern um das Wissen, das Neue, das Umfassende. Das, was ihn an Wissenschaft so fasziniert.

Zum Blick nach draußen ins Grüne wenig Zeit: Michael Möcker in seinem ganz privaten Hörsaal

„Wissenschaft im Hinterkopf“

Nachdem er 1999 in Grevenbroich sein Abitur bestanden und den Zivildienst abgeleistet hatte, absolvierte er in der Bundesbank-Verwaltung in Mönchengladbach den Vorbereitungsdienst auf den gehobenen Bankdienst. Er bestand vor allem aus einem betriebswirtschaftlichen Fachhochschulstudium. 2003 war Möcker fertig, ging als Programmierer in die Hauptverwaltung Düsseldorf. Dafür hatte er sich durch eine Zusatzausbildung qualifiziert.

Im folgenden Jahr schrieb er sich in Hagen ein, zunächst als Akademiestudent, „um mir das Studium mal anzuschauen“: „Ich sah nur an der FernUniversität die Möglichkeit, ein Universitätsstudium zu machen und gleichzeitig berufstätig zu sein.“ Seine Motivation für dieses Studium war sein Interesse am Fach. Und: „Ich hatte immer schon im Hinterkopf, später einmal zu promovieren – es zieht mich schon lange in die Wissenschaft! Gerade an der Lehre hätte ich sicher viel Freude.“

Das Ziel, wissenschaftlich tätig zu werden, hat er erreicht: Ab dem 1. Juli 2009 arbeitet Michael Möcker nicht mehr in Düsseldorf, sondern in Hagen. Als wissenschaftlicher Mitarbeiter von Prof. Dr. Joachim Grosser am Lehrstuhl Wirtschaftspolitik: „Ich finde es spannend, Neues zu entdecken und Entdeckungen von anderen nachzuvollziehen – da kommt keine Langeweile auf.“

„Es reicht eben so“ reichte eben nicht

Sein Ziel steuerte er schon durch die Studienwahl – Volks- und nicht Betriebswirtschaftslehre – konsequent an: „BWL hatte ich ja schon auf der FH und VWL hat mich mehr interessiert.“ Wegen des höheren Abstraktionsgrades und der größeren Kompromisslosigkeit des Fachs durch den theoretischeren Ansatz.

Kompromisslos. Michael Möcker gibt gerne zu, dass er den Grundsatz „ganz oder gar nicht“ hat. Auch bei seiner individuellen Art zu lernen: „Ich habe es nie geschafft, mich z.B. auf eine Klausur so vorzubereiten, dass es ‚eben so reicht’“, bekennt er, „ich mache lieber mehr und informiere mich umfassend“. So hat er, als der Beruf Vorrang haben musste, lieber ein Semester „auf Sparflamme“ studiert und keine Klausur geschrieben, um im nächsten wieder richtig Gas zu geben.

Bei seinem Studium Arbeit profitierte Möcker nicht zuletzt von der wissenschaftlichen Infrastruktur der Bundesbank, auf deren umfangreiche Bibliothek er zurück greifen konnte. Außerdem wurde er von seines Arbeitgeber zeitlich und ideell unterstützt: „Ich konnte für meine Diplomarbeit einen Langzeiturlaub nutzen.“

Klar, dass neben Beruf und Studium praktisch keine Zeit mehr blieb für andere Hobbys, aber das machte nicht viel: „Das Studium war ja wie ein Hobby für mich, ich habe es gerne gemacht.“ Dafür opferte viel Urlaub und viele Wochenenden. Und dafür nahm er auch weite Wege in Kauf: „Ich bin öfter zu mentoriellen Betreuungen in Studienzentren gefahren, bis nach Norddeutschland.“ Sogar ein bisschen „Präsenz“-Studentenleben gehörte zum Fernstudium: „Nach Klausuren in Düsseldorf sind wir in die Altstadt gegangen, die ist ja nicht weit weg.“

In seiner Diplomarbeit, die von Prof. Dr. Helmut Wagner, Lehrstuhl Volkswirtschaftslehre, insb. Makroökonomik, betreut wurde, befasste Michael Möcker sich mit dem durch die beginnende Wirtschaftskrise höchst aktuellen Thema „Geldpolitik und Vermögenspreise – Vor welchen Trade-Offs stehen die Zentralbanken?“ Dabei ging es um die Frage, wie die amerikanische Immobilienblase entstanden ist, die die Krise auslöste, und was man tun kann, um solche Blasen zu verhindern: „Ich habe dafür viel gelesen, zusammengefasst, eigene Ideen eingebracht – und nie gedacht, dass diese Note herauskommen könnte.“ Sogar unzufrieden war er, arbeitete noch am letzten Tag an der Arbeit. Und schaffte es gerade noch kurz vor 20 Uhr, den Poststempel auf den Umschlag für die FernUniversität zu bekommen.

Gerd Dapprich | 10.07.2009
FernUni-Logo FernUniversität in Hagen, 58084 Hagen, Telefon: +49 2331 987-01, E-Mail: fernuni@fernuni-hagen.de