Wie stabilisiert man dünne, frei stehende und leicht zerbrechliche sogenannte Wafer-Solarzellen? Dr.-Ing. Maria Mühlbauer kennt die Antwort: indem man die Solarzellen bereits im Herstellungsprozess durch einen Glasträger bruchsicher macht. „Anschließend können die Zellen mit industriellen Methoden fertig gestellt werden, was Kosten spart“, erklärt die 45-jährige Mutter von vier Kindern die Vorteile der Stabilisierung. Sie muss es wissen, denn sie hat zu diesem Thema als externe Doktorandin der FernUniversität in Hagen promoviert. Jetzt arbeitet sie als wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Physikalische Elektronik (ipe) der Universität Stuttgart.
Studium und Promotion an der FernUniversität in Hagen: Maria Mühlbauer
Der Weg zum Doktortitel begann für die gelernte Damenschneiderin vor rund 13 Jahren, als sie sich an der FernUniversität im Diplom-Studiengang Elektrotechnik einschrieb. Mit der Pressestelle der FernUniversität sprach sie über ihre Erfahrungen.
Warum wollten Sie studieren?
„Ich wollte eine berufliche Alternative für später haben, d.h. in dem Moment, wenn die Kinder größer sind. Abitur habe ich ja. Ohne die FernUni hätte ich allerdings gar nicht studieren können. Ich lebe im Bayerischen Wald, direkt an der tschechischen Grenze. Das dritte Kind war anderthalb Jahre alt, als ich mit dem Studium anfing. Das vierte bekam ich kurz vorm Vor-Diplom. Da kann man nicht mal eben in die nächste Uni zur Vorlesung gehen.“
Wie kamen Sie auf Ihr Studienfach?
„Besonders die Photovoltaik hat mich schon immer sehr interessiert. Mehr als dass es sich dabei um Stromerzeugung durch Sonnenenergie handelt, wusste ich allerdings nicht. Daher war es für mich klar, Elektrotechnik zu studieren.“
Wie organisierten Sie ihren Alltag mit Studium und Familie?
„Mein Studium habe ich zum größten Teil zu Hause vom Schreibtisch aus bewältigt. Ich war als Teilzeit-Studentin eingeschrieben und hatte mir vorgenommen, pro Jahr zwei große Prüfungen und zwei kleine wie etwa einen Programmierkurs zu schaffen. Bis zum vierten Kind lief das auch sehr gut. Nach der Geburt habe ich ein Jahr pausiert, konnte dann aber mein Vor-Diplom abschließen. Das Hauptstudium klappte gut, bloß war es immer sehr aufwendig für mich, für mündliche Prüfungen oder Praktika nach Hagen zu kommen. Ich wohne in einer sehr ländlichen Gegend, der nächste Bahnhof ist 30 km entfernt. Die Zugfahrt dauert pro Strecke acht Stunden. Meine Diplomarbeit konnte ich am Fraunhofer-Institut in Erlangen im Bereich Leistungselektronik schreiben, so dass ich im Januar 2005 schließlich mit dem Studium fertig war.“
Hatten Sie von Anfang an vorgehabt, über Solarzellen auch zu promovieren?
„Von Anfang an wollte ich zumindest in der Photovoltaik arbeiten. Die Promotion hat sich dann daraus ergeben. Ich brauchte sie ja für meine jetzige Arbeit. Wissenschaftliches Arbeiten, Forschung – das hat mir schon während des Studiums sehr viel Spaß gemacht. Als Studienarbeit für das Vor-Diplom hatte mir Prof. Dr. Wolfgang Fahrner eine Literaturrecherche zum Thema „Silizium Heterojunction-Solarzellen“ angeboten. Die wurde so umfangreich, dass er sie ins Englische übersetzen ließ und als Fachbuch veröffentlichte. Nach dem Studium lud mich der Leiter des Zentrums für Angewandte Energietechnik Bayern (ZAE) in Erlangen an das Institut ein und stellte mir das patentierte Konzept der Stabilisierung dünner Solarzellen vor. Im August 2005 begann ich dort als externe Promovendin von Prof. Fahrner mit meiner Dissertation, die ich in knapp drei Jahren abschließen konnte. Zwei bis drei Tage habe ich am ZAE gearbeitet, ansonsten zu Hause. Meine Familie hat mich dabei immer unterstützt.“
Woran arbeiten Sie jetzt beim Institut für Physikalische Elektronik?
„Ich bin an einem Kooperationsprojekt des Instituts mit der Wirtschaft beteiligt. Wir arbeiten daran, bessere Solarzellen herzustellen, also z. B. deren Wirkungsgrad zu erhöhen. Diese weiterentwickelten Zellen sollen dann in industrielle Prozesse eingebunden werden.“
FernUniversität in Hagen, 58084 Hagen, Telefon: +49 2331 987-01, E-Mail: fernuni@fernuni-hagen.de